Lecture / Lesung

„ich hatte noch nicht das glück / wegen meiner poesie an der opulenten tafel einer fürstin zu speisen“

Eine Lesung mit Texten von Jean-Paul Jacobs
©Paolo Leoni

Jean-Paul Jacobs war, so die Kritikerin Elise Schmit, der „eigenwilligste, feinsinnigste, radikalste, versierteste, großherzigste und liebenswerteste Vertreter“ der Luxemburger Literatur.

In den 1960er Jahren war er als Bürgerschreck und „enfant terrible“ der Literatur bekannt. Mit Apoll kaputt legte er einen furiosen und für manche schockierenden Debütband vor. Bis in die 80er Jahre provozierte er mit literarischen Texten, in denen Sexualität, Perversionen, Provokationen und die Bohème zwischen großstädtischer Verfeinerung des Lebens, imaginiertem adligen oder bourgeoisen Milieu und dem Verfall der Sitten als Spiel dargestellt wurden. Ab den 2000er Jahren legte er eine raffinierte, von Ironie und Esprit gekennzeichnete Dichtung vor, mit der er „ergötzen und erquicken“ wollte.

Das Schöne und das Gute haben ihn zu erheiternden und pointierenden Gedichten beseelt. Und immer wieder erinnerte sich Jean-Paul Jacobs an Luxemburg, die Großherzogin Charlotte und Roger Manderscheid. In ebenso amüsanten wie kecken Telefongesprächen mit Manderscheid feiert er die Luxemburger Kulturgeschichte und die geistreiche Plauderei.

Claude D. Conter, Direktor des Centre National de Littérature, wird in den Reichtum des literarischen Werkes Jean-Paul Jacobs einführen. Die Schauspielerin Christiane Rausch liest dazu Gedichte aus dem Nachlass des Dichters. Zudem werden noch unveröffentlichte Tondokumente und Texte aus der Hinterlassenschaft vorgestellt, welche die Sicht auf diesen wunderbaren Poeten ergänzen.

Eine Koproduktion des Kasemattentheaters mit dem CNL.

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