Lesung

Wenn immer alles so einfach wäre im Kaff

Lesung mit Roland Meyer & Jan Böttcher

Jan_Boettcher_Rolland_MeyerWer ein Leben auf der urbanen Überholspur führt, sehnt sich irgendwann nach dem Standstreifen. Oder zumindest nach der Ruhe und Beschaulichkeit eines einfachen Lebens. Deshalb zieht es die Figuren in Roland Meyers neuem Buch »Wenn immer alles so einfach wäre« ins luxemburgische Hinterland, auf einen deutschen Bauernhof oder in eine eigene weltferne Blase.

Architekt Michael Schürtz, der Protagonist in Jan Böttchers Roman »Das Kaff«, zieht seinerseits nur ungern aus der mondänen Metropole in die scheinbar miefige Provinz. Die auftragsbedingte Rückkehr des Wahlberliners an den Ort seiner Jugend und die kathartische Konfrontation mit den Gespenstern der Vergangenheit lassen den zynischen Großstadtsnob jedoch schon bald aus seiner Rolle fallen.

Eines zeigen beide Bücher: In Zeiten des ›Self Branding‹ liegt das wahre Sein nicht selten verschüttet unter dem hippen Schein. Roland Meyer und Jan Böttcher erzählen von Menschen, die mit sich selbst nicht im Reinen sind, von Lug und Trug, von beruflicher wie privater Überforderung. Und sie erweitern Adornos berühmtestes Diktum literarisch: Es gibt kein richtiges Leben im falschen – und auch kein einfaches im komplizierten.

Beide Schriftsteller und Singer-Songwriter lesen, musizieren und unterhalten sich mit dem Literaturkritiker Jérôme Jaminet.

  • Mis à jour le 15-10-2018