Lesung mit Jay Schiltz

Aschengänger:

Erzählung einer langen Reise

Jay_Schiltz400An was lässt sich hier die Zeit messen, an was wurde sie gemessen, damals, wenn es sie überhaupt gegeben hat. Doch, es muss sie gegeben haben, zumindest eine Zeit muss es gegeben haben. Die Zeit zu sterben. Sie war kurz, meistens, sie war lang, oft ein Leben lang. Wie viel Zeit brauchte hier der Tod, um die auferlegte Arbeit zu tun. Manchmal muss es sogar ihm gegraut haben, ansonsten hätte er nicht doch einige Zeit gelassen, mit dem Sterben, Aufschub geduldet, sich das Leben in Raten genommen.

Im Jahr 1997 organisierte der damalige Luxemburger liberale Europaabgeordnete und spätere Minister für Entwicklung Charles Goerens zusammen mit seinen Mitarbeitern eine erste Gedenkreise nach Auschwitz.

Über 120 Jugendliche aus Luxemburger Lyzeen nahmen an dieser Reise teil, in den kommenden Jahren werden viele Hundert hinzukommen. Mit dabei auf diesen Reisen sind auch immer Auschwitz-Überlebende, die vor Ort den jungen Menschen von ihren Erlebnissen erzählen und in stundenlangen Gesprächen geduldig alle Fragen beantworten.

Inzwischen werden diese Reisen von der Organisation »Les Témoins de la deuxième Génération – Zeugen der zweiten Generation« organisiert.

Aus dem Erlebten und Erzählten entstand die Erzählung Aschengänger.

Über Jay Schiltz:

Jay Schiltz, Jahrgang 1958, arbeitete als Journalist bei RTL Luxemburg und Radio 100,7, dem öffentlich-rechtlichen Radio in Luxemburg. Schreibt fürs Theater und ist er als Autor für das politische Kabarett tätig und tritt mit eigenen Programmen auf.

Seit dem Jahr 2000 begleitet er immer wieder Schüler auf Studienreisen nach Auschwitz. Jay Schiltz ist Vize-Präsident der Vereinigung „Témoins de la deuxième Génération“.

  • Mis à jour le 21-03-2018