Der Luxemburger Literaturbetrieb der Nachkriegszeit zeichnete sich durch eine sehr geringe Institutionalisierung aus: Es gab keine professionellen literarischen Verlage, nur wenige Literaturzeitschriften und -beilagen, feuilletonistische oder literaturkritische Beiträge. Für junge, noch nicht etablierte Autoren ergaben sich demnach kaum Möglichkeiten, ihre eigenen Texte zu veröffentlichen und sich untereinander zu vernetzen. Ab Mitte der 1960er Jahre engagierte sich Cornel Meder (1938-2018), selbst Schriftsteller und Literaturwissenschaftler, für eine Modernisierung des Publikationssektors: Mit der Gründung der Schriftenreihe impuls (1965-1970) und der Zeitschrift doppelpunkt (1968-1969), in denen er die deutschsprachigen Arbeiten Luxemburger Nachwuchsautoren wie z.B. Fernand Karier, Rolph Ketter, Roger Schiltz und Roger Manderscheid veröffentlichte, wollte er nicht nur „den jungen Talenten eine Publikationsmöglichkeit anbieten, sondern mehr noch diesen selben Talenten die Chance geben, gegen den bestehenden Literaturgeschmack Sturm zu laufen“ (Meder, 1965).
„cornel meder“, so Roger Manderscheid rückblickend, „war unser erster förderer, eine integrationsfigur von format in diesen kargen zeiten literarischer vereinzelung und verzettelung.“ (Manderscheid, 2003). Diese Rolle des Literaturförderers und -vermittlers, die Meder weit über die 1960er Jahre hinaus zu einer Schlüsselfigur des Literaturbetriebs machte, seine zahlreichen kulturkritischen Beiträge und Glossen sowie sein beständiges Engagement für eine institutionalisierte Archivierungs- und Wissenschaftspraxis werden im Rahmen eines Vortrags vorgestellt und in ihrer Bedeutung für die Professionalisierung der Luxemburger Literatur gewürdigt. Marc Limpach liest Auszüge aus der jüngsten Publikation von Cornel Meder: Steinberg .
In Zusammenarbeit mit dem Centre culturel Déifferdeng